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Schnelllebige Verbrauchertrends souverän managen
ERP-Software für die Elektroindustrie

Die Anforderungen an Hersteller der Elektronikindustrie steigen rasant: Neben Fachkräftemangel und steigendem Kostendruck halten Lieferengpässe wie etwa die aktuelle Chipkrise alle Markteilnehmer in Atem. Hinzu kommen immer kürzer werdende Innovationszyklen bei gleichzeitig steigender Nachfrage: Hersteller fertigen zwar in der Regel langlebige Produkte, das bedeutet aber nicht, dass sie von Konsumenten tatsächlich über ihre gesamte Lebensdauer eingesetzt werden. Sowohl im B2C- als auch im B2B-Bereich werden die Innovationszyklen immer kürzer. Auf Anbieterseite herrscht ein permanenter Druck, neue Trends aufzugreifen, um mit den rasanten Entwicklungen der Märkte Schritt zu halten. Und auch die Konsumenten spüren diesen Drang, möglichst die neueste Generation eines jeden technischen Gerätes zu besitzen, damit sie ihren Alltag am Ende smarter, schneller und leistungsfähiger meistern können.

Dieser Innovationsdruck wirkt sich dabei besonders schwerwiegend auf die Produktionslinien der Elektronikhersteller und -zulieferer aus. Aus aktuellen Berichten geht hervor, dass die durchschnittliche Lebensdauer von Produkten wie Smartphones, Waschmaschinen und Fernsehern um 2,3 Jahre kürzer ist als vorgesehen, da die Haushalte ihre alten Geräte frühzeitig gegen modernere austauschen. Auch viele Unternehmen ersetzen ihr elektronisches Equipment bewusst vor Ablauf der Lebensdauer, um sich bspw. Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz zu sichern.

Besonders für mittelständische Elektronikhersteller beginnen die Herausforderungen jedoch bereits am Anfang des Produktlebenszyklus. Die zentrale Frage lautet, wie sie mit der steigenden Nachfrage nach modernen Elektroniklösungen Schritt halten und gleichzeitig rentabel produzieren können?

Verstehen, wie sich die Nachfrage entwickelt

Fachkräftemangel, Kostendruck, Ressourcenknappheit – und das bei parallel immer kürzer werdenden Innovationszyklen: Wer da nicht untergehen will, benötigt durchgängige, IT-gestützte Prozesse in wirklich jedem Geschäftsbereich. Es gibt allerdings auch einige wichtige Schlüsselstellen, durch deren Optimierung mehr Agilität in die Bereiche Produktinnovation und -entwicklung gebracht werden kann.

Wissen ist Macht – vor allem in der schnelllebigen Welt der Elektronikfertigung. Reines Bauchgefühl reicht heute längst nicht mehr aus. Oft sind es Nuancen des „Mehrwissens“, die über den wirtschaftlichen Erfolg entscheiden.

Um mehr Marktstabilität zu erreichen, werden Fragen relevant wie etwa: Wie gut kennen Sie ihren Kundenstamm? Welche Vorlieben und Anforderungen haben Ihre Kunden? Aus welchen Branchen kommen sie und welche Erwartungen haben sie an Service und Produkte? Können Sie als Hersteller mit den Bedürfnissen Schritt halten und voraussehen, wohin sich Ihr Geschäft als Nächstes entwickelt?

Anhand von Echtzeitdaten-Analysen lässt sich detailliert nachvollziehen, woher die Nachfrage kommt und in welche Richtungen sie sich entwickelt. Dadurch werden strategische Entscheidungen möglich, die wirtschaftlich sind und das Unternehmenswachstum fördern.

Wissen automatisieren – Effizienz maximieren

Den Schlüssel liefern exklusive und zugriffsgesicherte KI-Algorithmen. Als sog. KI-Assistenten machen sie den Wissensschatz eines Unternehmens produktiv mittels KI-Robotic-Process-Automation nutzbar. Diese Verbindung klassischer ERP-Funktionalität mit modernster KI-Technologie ermöglicht die vollständige Automation von komplexen Geschäftsprozessen.

Ein KI-Assistent ist ein digitaler Mitarbeiter, der seine menschlichen Kollegen in der täglichen Arbeit entlastet, damit sie Freiraum für anspruchsvolle kreative Tätigkeiten gewinnen. Er übernimmt arbeitsintensive Aufgaben und beherrscht komplexe Abläufe. Hierzu nutzt er das im Unternehmen vorhandene Wissen aus Systemen und Prozessen und automatisiert dieses.

Big Data macht dabei den Unterschied: Unternehmen gewinnen wertvolle Informationen durch umfassende KI-Wissensmodelle unter Einbeziehung aller relevanten unternehmensinternen Datenbestände – einschließlich handgeschriebener Formulare und Notizen sowie gescannter Dokumente. Öffentlich verfügbare Datenquellen werden nach Bedarf integriert.

Planungsprozesse transparent darstellen, Verzögerungen minimieren

Die Elektronikindustrie steht unter ständigem Druck, die Verbraucher mit neuen Produkten und erweiterten Funktionalitäten zu begeistern. Durch eine zunehmende Fertigungstiefe wächst auch die Zusammenarbeit mit dem Kunden und somit die Komplexität des Projektmanagements. Neue Lösungen werden in enger Abstimmung mit den Herstellern entwickelt und erweiterte Kompetenzen über Partner-Netzwerke abgedeckt. Während sich die Anforderungen an Planung, Konstruktion und Produktion rasant ändern wird gleichzeitig der zeitliche Spielraum zwischen Auftrag und Verfügbarkeit im Markt bzw. Lieferung zum Kunden immer kleiner.

Damit Entscheider schnell auf Trends reagieren und Bedarfe möglichst exakt vorausplanen können, müssen sie eng mit den Produktentwicklern zusammenarbeiten. Der einfachste Weg, den für eine vorausschauende Planung erforderlichen Dateneinblick zu gewinnen, ist der Einsatz einer branchenspezialisierten ERP-Software (Enterprise Resource Planning) für die industrielle Fertigung. Direkt an die ERP-Software angebundene CAD-/PDM-Systeme sowie moderne Datentransferverfahren wie EDI automatisieren den internen und externen Informationsaustausch und beschleunigen die Zeit bis zur Produktreife.

Durch die enge Verzahnung von Konstruktions- und Fertigungssystem lässt sich eine völlig neue Transparenz schaffen. Wird ein kundenspezifisches Produkt produziert, kann die Stückliste direkt im Auftragsstücklistenarchiv des ERP abgelegt werden. So ist zu jeder Revision im CAD-/PDM-System der „echte“ Kundenauftrag sofort einseh- und analysierbar.

Gerade bei besonders zeitkritischen Projekten ist die Artikel- und Produktverfügbarkeit das entscheidende Kriterium. Durch die Integration eines PDM-Systems lassen sich etwa über Dashboards jederzeit aktuelle Bestandsinformationen aus dem ERP einsehen. Auch im ERP hinterlegte produktbezogene Informationen wie etwa Zeichnungen oder Dokumente können verlinkt und über die PDM-Anwendung angezeigt werden. Somit stehen sämtliche Produktdetails ohne zeitaufwändiges Suchen sofort zur Verfügung.

Komplexe Produktionsprozesse managen

Der nächste wichtige Bereich, den Elektronikhersteller unbedingt optimieren sollten, ist die Terminplanung und Produktion. Neueste Innovationen müssen schnellstmöglich produziert und vertrieben werden. Wer die Produktion vorausplanen und auch die Nachfrage genau berechnen kann, ist klar im Vorteil.

Einer der Gründe, warum die Bedarfsplanung und -prognose in der Elektronikfertigung so wichtig ist, liegt in der Komplexität der Geräte, die heute hergestellt werden. Die Zahl „intelligenter“ Produkte nimmt von Jahr zu Jahr zu; der Smart-Home-Markt ist derzeit der größte Wachstumsbereich, angetrieben von der Nachfrage nach drahtlosen Kommunikationstechnologien. Prognosen zufolge wird die Smart-Home-Branche bis 2025 weltweit einen Wert von 135,3 Milliarden US-Dollar erreichen.

In dem Maße, in dem das technische Niveau der Produkte steigt und der Wettbewerb die Unternehmen dazu nötigt, ihre Designs kleiner und schlanker zu gestalten, wird die Herstellung elektronischer Güter zu einer immer größeren Herausforderung. Die Hersteller haben es mit komplexen Montageprozessen zu tun, die viele kleine Teile umfassen und spezielle Mikroproduktionstechniken und -verfahren erfordern.

Im besten Fall sollten sich die Elektronikhersteller voll und ganz auf die Leistungsfähigkeit ihrer Produkte konzentrieren können. Doch allzu häufig können andere Faktoren die Produktionslinie beeinträchtigen – etwa die Materialversorgung. Mit einer ERP-Software für die industrielle Fertigung lässt sich hingegen für jeden Auftrag eine genaue Stückliste erstellen. Diese Informationen lassen sich dann mit der Verfügbarkeit des Lagerbestands in Echtzeit abgleichen, sodass ein Mangel an Teilen die Produktion nicht aufhält. Der Einsatz von mobilen Anwendungen bspw. im Verkauf, Einkauf, Service und Lager sorgt für einen transparenten und schnellen Informationsfluss und gleichzeitig dafür, dass Daten nahtlos ans ERP rückgemeldet werden.

Ein wesentlicher Vorteil ist dabei auch, dass die verantwortlichen Einkäufer die Lieferpläne für fehlende Komponenten einsehen und bei Bedarf nach Alternativen auf dem Markt suchen können. Das schafft nicht nur mehr Vertrauen in die eigenen Lieferkettenkapazitäten, sondern verringert auch die Gefahr einer Überbevorratung. Komponentenkataloge lassen sich auf diese Weise entsprechend der Kundennachfrage nachhaltig und risikoarm weiterentwickeln.

Effiziente Gestaltung des Dispositionsprozesses über Steuerparameter

Im Produktionsprozess eines Komponentenherstellers ist insbesondere die passende logistische Bevorratung zur Deckung der Kundenbedarfe auf allen Fertigungsstufen (Kaufteile, Halbfertigteile, vertriebsfähige Fertigteile und Handelswaren) von Bedeutung. Gleichzeitig muss die Produktionsplanung einen starken Fokus auf die Kosten haben, um mittel- und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Cognitive Business Robotics ist in der Lage, Forecast-Daten sowie deren aufgelöste Stücklisten mit historischem Verbrauch und Absatzstatistiken zu vergleichen. Eine Unterstützung der Losgrößenberechnung ist ebenso möglich.

Daraus abgeleitet lassen sich dann mittels ABC- und XYZ-Analyse Vorschläge für Dispositionsarten nach Verbrauchs- oder Bedarfssteuerung gewinnen. Ebenso können Vorschläge für die Sicherheitsbestandsmengen für bedarfsgesteuerte Teile sowie Vorschläge für die Meldebestandsmengen verbrauchsgesteuerter Teile (Bestellpunkt- und Bestellrhythmusverfahren) erzeugt und ggf. innerhalb bestimmter Grenzen automatisch eingesteuert werden.

Die Leistungsgrade je Maschinengruppe/Aggregate, Maschine oder Handarbeitsplatz lassen sich anhand Cognitive Business Robotics mithilfe statistischer BDE-Daten periodisch ermitteln. Nachfolgend können sie dann in die Arbeitsplatzstammdaten sowie die entsprechenden ressourcenbezogenen Arbeitspläne eingespeist werden.

Aus den historischen BDE-Journalen lassen sich dann auch weiterführende Qualifikations-, Performance- und Qualitätsmatrizes erzeugen bspw. unter Berücksichtigung von qualitativen Merkmalen (Ausschuss, etc.).

Hohe Stückzahlen produzieren, ohne Kompromisse bei der Qualität einzugehen

Die hohe Nachfrage auf dem Verbrauchermarkt verkürzt die Lebenszyklen der Produkte erheblich. Eine schnelle Markteinführung bei neuen Produkten ist deshalb von entscheidender Bedeutung. Diese darf jedoch nicht auf Kosten der Qualität gehen – denn nichts schädigt den Ruf eines Herstellers mehr als fehlerhafte Produkte.

Wer die Effizienz der Wertschöpfungskette maximieren und zugleich sämtliche Standards einhalten will, muss zwei Schlüsselelemente besonders berücksichtigen. Das erste ist die Prozessgenauigkeit: Werden relevante Abläufe mit Hilfe einer ERP-Software durchgängig automatisiert, dann laufen auch die Produktionslinien deutlich schneller und effizienter. Der Einsatz von Technologie zur Steuerung des Shopfloors ermöglicht verlässliche und standardisierte Prozesse, deren Qualität auf manueller Ebene niemals erreicht werden kann.

Schluss mit fehlerhaften Stammdaten und Dubletten

Eine hohe Datenqualität gilt als strategischer Erfolgsfaktor in Unternehmen der Elektroindustrie. Verlässliche Daten sind die Voraussetzung für eine ganzheitliche Prozessdigitalisierung und somit auch ausschlaggebend für die fehlerfreie Nutzung von ERP-Systemen. KI-gestützte Lösungen und Services sorgen für eine nachhaltige Analyse, kontinuierliche Pflege und gründliche Auswertung von Stamm- und Bewegungsdaten.

Anhand einer merkmalsbasierten, semantischen Analyse überprüft das KI-gestützte Datenmanagement die Artikelstammdaten im ERP-System auf Synonyme, Redundanzen und Fehler und liefert gleichzeitig Vorschläge zur Zusammenlegung von Teilestammdaten. Eine Bereinigung der Stammdaten ist so ohne Probleme möglich. Das KI-gestützte Datenmanagement sorgt auch dafür, dass bei einem ERP-Umstieg ausschließlich harmonisierte und aktuelle Stammdaten übernommen werden – das sorgt für reibungslose Geschäftsabläufe.

Darüber hinaus kann ein solcher KI-Assistent überprüfen, inwieweit sich Absatzmengen über gewisse Zeiträume verändern und diese mit den Stücklisten und Arbeitsplänen abgleichen.

Die langfristigen Vorteile, die daraus resultieren, sind vielfältig: Neben der höheren Wiederverwendbarkeit von Teilen sowie einer Reduktion der Lagerbestände bei gleichzeitiger Beschleunigung und Optimierung des Engineering-Prozesses, lässt sich dadurch auch wertvolles Unternehmens-Know-how konservieren, das sonst nur in den Köpfen der Mitarbeiter steckt.

Lückenloses Qualitätsmanagement mit ERP und CAQ

Der zweite Bereich, der unbedingt optimiert werden sollte, betrifft das Qualitätsmanagement, also die Überprüfung der Einhaltung von Vorschriften sowie die Qualitätskontrolle. Der Einsatz von Materialien zur Herstellung von Produkten wird immer stärker reguliert – in der Elektronikbranche vor allem durch die geltenden Richtlinien REACH, ROHS und WEE. Wenn bestimmte Qualitätsanforderungen und Arbeitsstandards bereits fest in die Produktionslinie integriert wurden, können Unternehmen sicher sein, dass die ausgelieferten Produkte am Ende auch den Erwartungen der Endkonsumenten entsprechen. Und weniger Reklamationen oder Rückrufe bedeutet automatisch auch mehr Gewinn.

Wie sieht also der Königsweg aus, wenn es darum geht, Prüfprozesse entlang der Wertschöpfungskette zu planen, in Echtzeit zu überwachen und flexibel zu steuern?

Über ein modernes ERP-System können Anwender beispielsweise Prüfmittel einkaufen oder diverse Prüfzyklen hinterlegen. Bei der Prüfmittelverwaltung oder einer fertigungsbegleitenden Kalibrierung jedoch, ist ein ERP-System vielleicht schon von Natur aus nicht das richtige Werkzeug. Hier empfiehlt sich die zusätzliche Integration eines CAQ-Systems (computer-aided-quality). Als ein komplettes, in einem Regelkreis geschlossenes System organsiert und unterstützt eine CAQ-Lösung sämtliche qualitätsrelevanten Prozesse entlang der Wertschöpfungskette produzierender Unternehmen wie etwa Qualitätsplanung, präventive Qualitätssicherung sowie Mess- und Prüfprozesse.

Über die ERP-Integration können dann bspw. Teilestämme (inklusive Arbeitspläne und Stücklisten) ereignisbasiert ausgetauscht werden. So lässt sich auch übergreifend mit Stammdaten wie Maschinenarbeitsplätzen und Ressourcen arbeiten. Stammdaten zu den Geschäftspartnern, Kunden oder Lieferanten (mit Kontaktpersonen) werden ebenso relevant, wenn es darum geht, Reklamationen zu bearbeiten. Auch die Einbindung von Kostenstellen ist kein Problem, wenn es bspw. um die Bewertung der einzelnen Belastungen geht.

Darüber hinaus benötigt ein leistungsfähiges CAQ-System Bewegungsdaten, um entsprechende Qualitätsdaten auch auftragsbezogen erfassen zu können. Beispielsweise für den Bereich Wareneingänge. Dabei ist es relevant, dass QS-pflichtige Teile im ERP-System benannt werden. Über die Schnittstelle lässt sich dann ein Prüfplan im CAQ anlegen, sodass eine merkmalsbezogene Prüfung durchgeführt werden kann.

Skalieren ohne Kurzschluss

Unterm Strich profitiert die Elektronikindustrie natürlich von der erhöhten Nachfrage der Verbraucher. Je mehr Bewegung am Markt ist, desto schneller und zahlreicher lassen sich auch die Produkte verkaufen. Die große Herausforderung für die Hersteller von Elektrogeräten besteht jedoch darin, mit den Wachstumspotentialen des eigenen Unternehmens Schritt halten zu können – und zwar ohne dabei Kompromisse bei der Qualität oder Rentabilität eingehen zu müssen.

Moderne, multisitefähige ERP-Software für die industrielle Fertigung versetzt Hersteller in die Lage, genau jene Prozesse zu optimieren, die bei hohem Durchsatz am ehesten einen Kurzschluss verursachen. So lässt sich die Produktion auch unter größtem Druck problemlos nach oben skalieren, während der Ruf als verlässlicher Hersteller, Anbieter und Partner gleichzeitig tadellos bleibt.

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